Einkaufen nach den Jahreszeiten

Einkaufen nach den Jahreszeiten

Als das „Dschungelkind“ Sabine Kuegler begann in Deutschland zu leben musste sie erst lernen, wie man im Supermarkt einkaufen gehen kann. Sie war gewohnt, im Dschungel das zu sammeln, was an den Bäumen wuchs. So ein Dschungel-Supermarkt geht mit der Natur und zu jeder Saison gibt es anderes Obst oder Gemüse zu sammeln. Auch bei uns wächst unsere Nahrung saisonal, schon aufgrund der strengen Winter. Im Frühling erwacht die Natur und es gibt frische Blätter. Es beginnt die Spargelzeit, der Rhabarber, erste Salate. Dann im Frühsommer das erste Beerenobst und frühes Gemüse. Langsam reifendes Obst wie Äpfel oder Trauben sind im Herbst reif.

Unsere Supermärkte suggerieren uns durch ihr ganzjähriges Angebot, dass es alles immer gibt. Doch wer auf das Herkunftsland achtet, wird erkennen, dass ein Grossteil der Äpfel derzeit von der Südhalbkugel kommt, dort wo jetzt gerade Herbst war und frisch geerntet wurde. Ganz langsam fangen hier die Frühäpfel an, reif zu werden.

Kooprativen des fairen Handels zB. bei preda waren erstaunt dass die Handelspartner die Mangos nicht ausserhalb der Saison brauchen sondern, weil sie sie trockneten für Mangochips gerne während der Saison. Auf dem lokalen Markt seigt der Preis ausserhalb der Saison ins 10 bis 20-fache. Deshalb wenden viele Bauern eine Methode an, um die Blütezeit außerhalb der Saison einzuleiten. Für die Pflanze bedeutet dies Stress, da sie mit weniger idealen Klimabedingungen zurecht kommen muss.

Auch für den Menschen ist es nicht unbedingt ideal, Obst und Gemüse ausserhalb der Saison zu essen. Unsere Kulturpflanzen sind in feinster Co-Evolution in jahrtausendlanger Entwickling gemeinsam mit uns Menschen entstanden. Man könnte sagen, ohne uns Menschen gäbe es nicht die Kuturpflanzen und uns Menschen gäbe es nicht in der heutigen Form ohne die Kulturpflanzen.

Die Evolution entwickelt sich mit dem Klima, mit technischen Faktoren wie Lagermöglichkeiten, Feuer und auch mit Krankheiten, Feinden, anderen Arten. Vitaminreiche Äpfel helfen uns beispielsweise im kalten Winter gegen Krankheiten und im Sommer erfrischen uns Kirschen und Pflaumen. So gesehen kann man sagen, die Natur hat sich etwas dabei „gedacht“, dass Gemüse und Obst saisonal verfügbar ist. Unsere Aufgabe ist nun, wieder darauf zu achten, was uns zu welchem Zeitpunkt von ihr geschenkt wird. Ein Gespräch mit dem lokalen Bauern, im Hofladen oder im Bioladen um die Ecke kann uns da sehr viel weiterhelfen. Eine lokale Gemüsekiste bringt unsere Nahrungsgewohnheiten in den Rhytmus der Natur. Oder wir beobachten die Bäume und Felder um uns herum oder pflanzen Obst und Gemüse in unserem Garten – und kaufen dort ein, ganz nach dem den Jahreszeiten.