Naturschutz durch Nutzung

Naturschutz durch Nutzung

Konikpferde im Naturschutzgebiet Steinbühl, Rheinland-Pfalz Foto: Martina Flörchinger

In einer natürlichen Umgebung sind Ökosysteme regelmäßig Störungen ausgesetzt. Ein Feuer zerstört Teile eines Waldes, ein Orkan fällt Bäume und ein natürlich fließender Bachlauf gräbt sich in eine Böschung, hinterlässt Abbruchstellen und Sandaufhäufungen. Viele Arten haben sich auf die Wiederbesiedelung dieser Regionen spezialisiert. Diese sogenannte „natürliche Sukzession“ ist ein Prozess, bei dem die Fläche einen Prozess der Wiederbesiedelung erfährt. Dabei wechseln sich die Häufigkeiten der besiedelnden Arten ab. Pionierpflanzen werden von anderen abgelöst, welche dann wieder von weiteren abgelöst werden. Die durchschnittliche Vielfalt an Pflanzenarten ist also an einem Gebiet, das regelmäßigen Störungen ausgeliefert ist höher als bei ungestörten Gebieten.

Durch die fortgeschrittene Fragmentierung natürlicher Gebiete sowie die Einbindung von Störungen wie Waldbrände und natürlich fließender Bäche und Flüsse fallen diese Sukzessionsstadien häufig weg. Daher sucht man sich im praktischen Naturschutz Elemente, die diese Störungen ersetzen. Durch Beweidung kann beispielsweise eine Fläche frei von Büschen gehalten werden und seltene Blütenpflanzen können sich ansiedeln.

Auf größeren Weideflächen werden Konikpferde gehalten, diese können das ganze Jahr über auf der Weide leben. Sie lassen sich auch besonders gut mit Heck-Rindern halten, dies ist eine Rückzüchtung der Rinder, die den wilden Vorfahren, den Auerochsen sehr nah kommt. Nur durch die Nutzung und durch den regelmäßigen Eingriff in die Natur bleibt die Artenvielfalt erhalten. Eine Projektbeschreibung des Beweidungsprojektes im Steinbühl bietet der NABU Rheinland-Pfalz.

Auch auf intensiv genutzten Flächen lassen sich Naturschutzmaßnahmen durchführen, die die Nutzung und den Naturschutz vereinen. Gerade auf Randflächen und am Wegesrand siedeln sich gerne seltene Blütenpflanzen an. Einige Maßnahmen, beispielsweise zum Schutz des Rebhuhns durch Randflächenschutz werden staatlich gefördert. Informationen dazu gibt es beim LBV.

Bei unbeweideten Streuwiesen kommt es auf die Art der Nutzung an. Vor Allem sollte man den Zeitpunkt der Mahd bedenken, dass seltene Blütenpflanzen ihre Samen verbreiten können. Auf Obstwiesen kann man ungenutzte Zweige häufen, um beispielsweise einen Rückzugsraum für Igel zu errichten. Eine trockene Steinmauer bietet Lebensraum für Eidechsen. Eine Anleitung zur nachhaltigen Nutzung von Streuwiesen bietet das LFU.

Landart – Schnee & Stille, Kunst & Knirschen

Landart – Schnee & Stille, Kunst & Knirschen

Fotos: Lothar Forstmair

Am Wochenende vom 7. bis 9. Februar 2014 zogen zwölf Teilnehmer der NAJU Bayern (Naturschutzjugend im LBV) auf zum Seminar „Landart – Schnee & Stille, Kunst & Knirschen“. In einer Selbstversorgerhütte im Graswangtal machten wir es uns gemütlich. Wir erkundeten die Schneelandschaft der bayerischen Alpen.

Zu Beginn wurden unsere Sinne für die Stille der Natur sensibilisiert. Durch die sanfte und klare Anleitung von Christina Diana Wenderoth, fiel es uns leicht, in einen kreativen Fluss zu kommen. Inspiriert von einer farbenfrohen Geschichte ließ sie uns Farben in der Natur sammeln und auf ein „weißes Blatt Papier“ auf Schnee anordnen. Es entstand ein wunderschönes Naturbild aus Blättern, Moos, Holzstückchen und Früchten mit feinen Farbübergängen. Dann lud uns eine zugefrorene Pfütze ein, Kunstwerke aus Eis und Schnee zu Formen. Die Sonne spielte mit unseren Werken und zauberte eine magisches Lichtspiel… bis sie schließlich schmolzen.

Auf einer Wegstrecke am trockenen Flusslauf entstand ein „Naturfleckerlteppich“, eine Kombination aus verschiedenen Feldern, gefärbt mit buntem Naturmaterial: Zweige, Steine, Federn, Blätter, ein Schattenspiel… Anschließend durften wir in Zweiergruppen einen Sessel aus Schnee modellieren daraus in der zweiten Aufgabe, schweigend, ein Musikinstrument formen. Das spannende daran war, herauszufinden, welches Musikinstrument der andere vor hat zu bauen.

Am Sonntagmorgen hatten wir in einem zweistündigen „Freilandatelier“ Zeit, unsere eigenen Kunstwerke zu gestalten. In der anschließenden Vernissage bestaunten wir die Schöpfungen. Ein Mandala aus schwimmenden Blättern, eine umgefallene Wurzel, die plötzlich aussah wie ein Wolf, der mit offenen Augen schläft. Ein Fließbild aus Blättern und Zweigen und eine Mauer aus Schneeblöcken, durch deren Muster die Sonne in vielen Facetten schien. Eingeschmiegt in die schöne Landschaft sahen unsere Kunstwerke besonders beeindruckend aus.

Mir half das Seminar, zur Natur, zu Ruhe und zu mir selbst zu finden. Nach drei Tagen in der Stille der Natur fühlte ich eine tiefe Ruhe und Zufriedenheit in mir. Wir alle fanden ein wenig Entschleunigung und konnten in der Natur auftanken. Landart ist eine Methode, durch die Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene auf einfache Weise in Kontakt mit der Natur treten können. Durch Kreativität wird ein Bewusstsein für die Vielfalt der Materialien und Lebewesen der Natur geschaffen. Dies bildet einen wichtigen Grundstock in der Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Mehr zum Thema Landart auf der Facebookgruppe „Landart“ und auf der Seite von Christina Diana Wenderoth: www.naturkunstundspiel.de

Von ihr eine Herzliche Einladung zu den nächsten Seminarterminen:

Landart & Naturgenuss

Landart-Tage zum Kennenlernen, Eintauchen, Vertiefen & Genießen
Mit allen Sinnen begegnen Sie der Natur in jeder Jahreszeit: leuchtenden Blättern, vielfältigen Steinen & biegsamen Ästen und Gräsern… Die Naturmaterialien inspirieren; sie laden ein, selbst aktiv zu werden und die eigene oft ungeahnte Kreativität (wieder-) zu entdecken: Landart-Kunstwerke entstehen mit den bloßen Händen, Zeitlosigkeit stellt sich ein und Sie tanken Ruhe, Kraft, die sich nachhaltig auf Ihren Alltag auswirken kann. Einfache Mittel & die Großzügigkeit und Freiheit der Natur begleiten Sie an diesem Tag.

Daten: Sonntag, 11. Mai 2014, Mangfall-Tal, Nähe Holzkirchen: „Landart im UrLaubWald an der Mangfall“
Sonntag 25. Mai 2014, Nürnberg: „Landart-MaiGrün“Samstag 05. Juli 2014, Ottobrunnn bei München: Landart-Tag für Eltern und Pädagogen (in Kooperation mit der vhs SüdOst, dort gesonderte Anmeldebedingungen, www.vhs-suedost.de Kursnr 12430, Gebühr: 65 Euro)
Sonntag 20. Juli 2014, Raum München, ggf. Berge/Obb.: „Landart-Leichtigkeit des Sommers“
Weitere Termine in Planung
Zeit: 10 – 17 Uhr

Preis: 60 € bis 130 € nach Selbsteinschätzung / EinkommenStornogebühr: bei Absage ab dem 14.Tag vor der Veranstaltung fällt eine Stornogebühr von 30 € an, ab dem 7. Tag vor der Veranstaltung fallen 60 € anAnmeldung/Informationen: Christina Diana Wenderoth, Tel. 089 / 271 25 18, info (at) naturkunstundspiel.de www.naturkunstundspiel.de

 

Nachhaltige Unternehmensführung: Naturschutz hautnah

Nachhaltige Unternehmensführung: Naturschutz hautnah

„Tagpfauenauge auf einer Blumenwiese“ Foto: Martina Flörchinger

Die Meinung, dass sich eine nachhaltige Unternehmensführung sich nachteilig für das Unternehmen auswirkt ist weit verbreitet. Dabei ergeben sich so viele positive Nebenwirkungen, dass es sich unterm Strich für ein Unternehmen lohnt, nachhaltig zu handeln.

  • Naturschutz

Seit Beginn der Industrialisierung und der Intensivierung der Landwirtschaft verlieren Tier- und Pflanzenarten mehr und mehr natürlichen Lebensraum. Viele von ihnen flüchten in die Stadt. Die Entwicklung wird also dahingehend sein, dass die Natur näher vor unserer Haustür stattfindet. Folglich sollte auch der Naturschutz direkt vor unserer Haustür stattfinden. Dies sind oft unscheinbare Stellen: Unterstützung der Wildblumenvielfalt auf der Wiese am Rande des Parkplatzes, ein Schleiereulennistplatz oder Fledermauskästen im Dach einer Lagerhalle, Bäume pflanzen auf dem Firmengelände.

Nehmen Sie Verbindung zur regionalen Naturschutzgruppe auf (von NABU oder BUND). In diesen Gruppen befinden sich viele Experten, die über die zu schützenden Arten Bescheid wissen. Hier können Sie zu geeigneten Schutz- und Pflegemaßnahmen informiert werden.

Direktere Nähe von natürlichen Elementen wirkt sich positiv auf das lokale Mikroklima auf dem Firmengelände aus und Ihre Mitarbeiter können sich in den Pausen besser erholen.

  • Umweltschutz

Der Begriff der Nachhaltigkeit kommt aus der Waldwirtschaft und bedeutet, dass wir nur so viel von einem Ökosystem entnehmen, wie auf natürliche Weise nachwachsen kann. Ähnlich kann dies auch im Bezug auf Büromaterial, Strom, Wasser und andere Rohstoffe gesehen werden. Dabei ist ein nachhaltiges Resourcenmanagement auch stets wirtschaftlich von Vorteil. Durch Optimierung der IT-Struktur können Stromkosten gespart werden. Durch die Reduktion von Papier in Büroprozessen können enorme Materialkosten eingespart werden.

  • Netzwerk

Für viele Firmen bedeutet Nachhaltigkeit, auf die Bedingungen der Partner und Zulieferer Rücksicht zu nehmen. Eine nachhaltige Partnerbindung bietet Sicherheit auf beiden Seiten. Zudem hat man die Möglichkeit, mit den Zulieferern, Beispielsweise von Rohstoffen aus dem Ausland, Gespräche zu führen um deren Bedingungen zu verbessern. Dies wird mit einem einem fairen und stabilen Preis belohnt.

Oft sieht die Realität anders aus, denn auch faire Unternehmen unterliegen dem Marktgesetz der Konkurrenz und des günstigsten Angebots. Wenn also die Vorteile der gesparten Ressourcen nicht ausreichen, muss der Preis des Produktes angepasst werden. Diese Preiserhöhung muss gegenüber dem Kunden begründet werden. Wichtig ist daher, die gesteigerten nachhaltigen Tätigkeiten den Kunden mitzuteilen.

  • Kommunikation

Ihre Kunden können nur von Ihrem Engagement erfahren, wenn Sie es kommunizieren. Eine ehrliche Darstellung und überzeugendes nachhaltiges Handeln bewirkt eine nachhaltige Kundenbindung und Vertrauen von Seiten neuer Kunden. Auf diese Weise ist auch der Bestand Ihres Unternehmens nachhaltig gesichert.

Wenn Sie persönliche Beratung für Ihr Unternehmen bekommen wollen, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Projekt: Hannes Permakultur Blog

Projekt: Hannes Permakultur Blog

„Erdbeeren im November“ Foto: Hannelore Zech

Das Internet ist voller Schätze. Nun möchte ich weitere Projekte vorstellen, die sich um die Themen Natur, Gärtnern und das Leben in der Natur drehen. Ein Blog, der mich sehr fasziniert, ist der Blog über Permakultur von Hanne. Ich habe sie gefragt, ob sie Lust hat, diesen vorzustellen. Hier ihre Nachricht:

 „Wenn ich online bin, dann bin ich meistens damit beschäftigt meine Seiten zu aktualisieren oder auf Facebook zu dokumentieren. Das nehm ich als Art Tagebuch und Anregung zum Nachmachen für andere, bzw. auch zum Erfahrungsaustausch mit anderen Naturgärtnern und Selbstversorgern.

Ich habe zum einen den Permagarten-Blog auf www.permagarten.wordpress.com, den benütze ich als Praxisblog, meinen offiziellen Blog habe ich auf www.mienbacher-waldgarten.de, hier hab ich alle meine Kurstermine drin und das Geschäftliche. Bei beiden Blogs gehts um meinen Waldgarten. Diesen bewirtschafte ich seit 2010 als permakulturellen Lehr- und Schaugarten und seit 2013 auch als Nutztier-Arche. Die Selbstversorger-Akademie ist hier angeschlossen. Mein Garten ist die Basis all dessen. Er ist für mich Versorgung mit Essen, Versorgung mit Bildmaterial für meine Artikel, Versorgung für seelischen Ausgleich und Heimat für meine Tiere, einfach Lebensraum für uns alle. Mein kleiner Garten Eden, den ich gerne teile, bzw. verwende, um zum Nachmachen zu animieren.
Nach den Prinzipien des permakulturellen Waldgartens aufgebaut und immer weiter ausgebaut als essbare Landschaft ist der Mienbacher Waldgarten eine Oase in der landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft.
Viele Wildtiere finden hier eine Heimat. „

Gerne stellen wir noch weitere Naturprojekte vor. Wer sein Projekt bei uns vorstellen möchte schreibt einfach uns per Mail an gartentor(ät)gartenelfen.de