Gedanken nach der Wanderung auf die Alm

Gedanken nach der Wanderung auf die Alm

Tapfer waren wir. Eine Gruppe vom 9 Leuten, Kinder und Erwachsene, trotzen wir dem Regen und stiefelten hinauf auf die Alm. Durch den Nebel erkannten wir nicht wie hoch wir stiegen, aber der Weg ging recht steil aufwärts. Unterwegs kamen wir bei der bewirteten Schellenbergalm vorbei bei der wir Brotzeit, frische Milch und Tee bekamen.

Weiter ging es. Ein letzter Anstieg durch mystischen Bergwald. Als wir zum Soinsee kamen war dieser vom Nebel bedeckt. Ein paar Minuten starrten wir ins Weiße. Dann, ganz plötzlich lichteten sich die Wolken und der gesamte See wurde sichtbar und leuchtete türkisfarben. Unser letztes Stück zur Alm verlief eben. Sie liegt in einem Kessel umgeben von felsigen Gipfeln, auf denen das Weideland steil nach oben steigt.

Hier wurden wir in der Hütte empfangen und durften unsere nassen Kleider am Feuer trocknen und bekamen heißen Tee. Die beiden Sennerinnen Anna und Christiane erzählten uns von ihrem Leben. Aufstehen bei Morgengrauen, Stall ausmisten und das eigene Plumpsklo leeren. Danach die Tiere versorgen, die Schafen suchen um sie zu den Stellen, die aus Erosionsschutz abgegrast werden müssen, treiben. Anschließend werden die Jungrinder gezählt. Dabei wird geschaut wie es ihnen geht, ob keines lahmt oder krank ist. Nach einer Brotzeit geht es für die beiden daran, zusätzliche Aufgaben zu erledigen. Eine regelmäßige Aufgabe ist das Schwenden – das ist das Zurückschneiden von Latschenbüschen. Sie müssen auch das giftige Kreuzkraut einsammeln, denn es kann für die Tiere gefährlich werden. Abends haben sie oft noch ein paar anstrengende Stunden, wenn sie die steilen Wände der Alm hinaufklettern müssen um nach den Kälbern zu suchen, die Nachts in den Stall getrieben werden müssen.

Auch wenn es eine anstrengende Arbeit ist, so ist das Leben auf der Alm doch ein ganz besonderer Weg, wieder zu sich selbst zu finden. Dinge, die uns im Alltag oft überaus wichtig erscheinen, wie schicke Klamotten, neue Möbel, Geräte und anderes wird plötzlich nicht mehr wichtig. Anna beschrieb uns, es geht auch sehr einfach und das Glück findet sich oft noch Leichter im Einfachen. Dieses Gefühl zu erleben, das ist wohl das Besondere an einer Zeit auf der Alm.

Gestärkt und ausgeruht und inspiriert von den Erzählungen machten wir uns auf die Suche nach den Kälbern, die für die Nacht in den Stall getriebern werden müssen. Sie stehen auf dem gegenüberliegenden Hang und deshalb überlasse wir es Anna und Christiane mit ihren Gummistiefeln und Wanderstöcken, die Tiere einzutreiben. Wir wandern zurück ins Tal. Mittlerweile hat der Himmel aufgerissen und wir können den schönen Ausblick auf den Wendelstein genießen und endlich auch den Wasserfall sehen, der am Wegesrand in die Tiefe stürzt. Die Wanderung war anstrengend und doch etwas ganz besonders, da sie uns Einblick in das Leben auf einer Alm gebracht hat. Die Almwirtschaft ist ein wichtiges kulturelles Erbe und für den Naturschutz von hoher Bedeutung, denn durch Beweidung kann die hohe Vielfalt an endemischen Arten in den Alpen aufrechterhalten werden.

Wer eine Zeit auf einer Alm verbringen und beim täglichen Leben mithelfen möchte findet Informationen auf www.bergbauernhilfe.it und www.almwirtschaft.com. Weiter Informationen zum Almöhi-Bildungsprojekt des LBV: http://bergerlebnis.lbv.de

Naturschutz durch Nutzung

Naturschutz durch Nutzung

Konikpferde im Naturschutzgebiet Steinbühl, Rheinland-Pfalz Foto: Martina Flörchinger

In einer natürlichen Umgebung sind Ökosysteme regelmäßig Störungen ausgesetzt. Ein Feuer zerstört Teile eines Waldes, ein Orkan fällt Bäume und ein natürlich fließender Bachlauf gräbt sich in eine Böschung, hinterlässt Abbruchstellen und Sandaufhäufungen. Viele Arten haben sich auf die Wiederbesiedelung dieser Regionen spezialisiert. Diese sogenannte „natürliche Sukzession“ ist ein Prozess, bei dem die Fläche einen Prozess der Wiederbesiedelung erfährt. Dabei wechseln sich die Häufigkeiten der besiedelnden Arten ab. Pionierpflanzen werden von anderen abgelöst, welche dann wieder von weiteren abgelöst werden. Die durchschnittliche Vielfalt an Pflanzenarten ist also an einem Gebiet, das regelmäßigen Störungen ausgeliefert ist höher als bei ungestörten Gebieten.

Durch die fortgeschrittene Fragmentierung natürlicher Gebiete sowie die Einbindung von Störungen wie Waldbrände und natürlich fließender Bäche und Flüsse fallen diese Sukzessionsstadien häufig weg. Daher sucht man sich im praktischen Naturschutz Elemente, die diese Störungen ersetzen. Durch Beweidung kann beispielsweise eine Fläche frei von Büschen gehalten werden und seltene Blütenpflanzen können sich ansiedeln.

Auf größeren Weideflächen werden Konikpferde gehalten, diese können das ganze Jahr über auf der Weide leben. Sie lassen sich auch besonders gut mit Heck-Rindern halten, dies ist eine Rückzüchtung der Rinder, die den wilden Vorfahren, den Auerochsen sehr nah kommt. Nur durch die Nutzung und durch den regelmäßigen Eingriff in die Natur bleibt die Artenvielfalt erhalten. Eine Projektbeschreibung des Beweidungsprojektes im Steinbühl bietet der NABU Rheinland-Pfalz.

Auch auf intensiv genutzten Flächen lassen sich Naturschutzmaßnahmen durchführen, die die Nutzung und den Naturschutz vereinen. Gerade auf Randflächen und am Wegesrand siedeln sich gerne seltene Blütenpflanzen an. Einige Maßnahmen, beispielsweise zum Schutz des Rebhuhns durch Randflächenschutz werden staatlich gefördert. Informationen dazu gibt es beim LBV.

Bei unbeweideten Streuwiesen kommt es auf die Art der Nutzung an. Vor Allem sollte man den Zeitpunkt der Mahd bedenken, dass seltene Blütenpflanzen ihre Samen verbreiten können. Auf Obstwiesen kann man ungenutzte Zweige häufen, um beispielsweise einen Rückzugsraum für Igel zu errichten. Eine trockene Steinmauer bietet Lebensraum für Eidechsen. Eine Anleitung zur nachhaltigen Nutzung von Streuwiesen bietet das LFU.

Nachhaltige Unternehmensführung: Naturschutz hautnah

Nachhaltige Unternehmensführung: Naturschutz hautnah

„Tagpfauenauge auf einer Blumenwiese“ Foto: Martina Flörchinger

Die Meinung, dass sich eine nachhaltige Unternehmensführung sich nachteilig für das Unternehmen auswirkt ist weit verbreitet. Dabei ergeben sich so viele positive Nebenwirkungen, dass es sich unterm Strich für ein Unternehmen lohnt, nachhaltig zu handeln.

  • Naturschutz

Seit Beginn der Industrialisierung und der Intensivierung der Landwirtschaft verlieren Tier- und Pflanzenarten mehr und mehr natürlichen Lebensraum. Viele von ihnen flüchten in die Stadt. Die Entwicklung wird also dahingehend sein, dass die Natur näher vor unserer Haustür stattfindet. Folglich sollte auch der Naturschutz direkt vor unserer Haustür stattfinden. Dies sind oft unscheinbare Stellen: Unterstützung der Wildblumenvielfalt auf der Wiese am Rande des Parkplatzes, ein Schleiereulennistplatz oder Fledermauskästen im Dach einer Lagerhalle, Bäume pflanzen auf dem Firmengelände.

Nehmen Sie Verbindung zur regionalen Naturschutzgruppe auf (von NABU oder BUND). In diesen Gruppen befinden sich viele Experten, die über die zu schützenden Arten Bescheid wissen. Hier können Sie zu geeigneten Schutz- und Pflegemaßnahmen informiert werden.

Direktere Nähe von natürlichen Elementen wirkt sich positiv auf das lokale Mikroklima auf dem Firmengelände aus und Ihre Mitarbeiter können sich in den Pausen besser erholen.

  • Umweltschutz

Der Begriff der Nachhaltigkeit kommt aus der Waldwirtschaft und bedeutet, dass wir nur so viel von einem Ökosystem entnehmen, wie auf natürliche Weise nachwachsen kann. Ähnlich kann dies auch im Bezug auf Büromaterial, Strom, Wasser und andere Rohstoffe gesehen werden. Dabei ist ein nachhaltiges Resourcenmanagement auch stets wirtschaftlich von Vorteil. Durch Optimierung der IT-Struktur können Stromkosten gespart werden. Durch die Reduktion von Papier in Büroprozessen können enorme Materialkosten eingespart werden.

  • Netzwerk

Für viele Firmen bedeutet Nachhaltigkeit, auf die Bedingungen der Partner und Zulieferer Rücksicht zu nehmen. Eine nachhaltige Partnerbindung bietet Sicherheit auf beiden Seiten. Zudem hat man die Möglichkeit, mit den Zulieferern, Beispielsweise von Rohstoffen aus dem Ausland, Gespräche zu führen um deren Bedingungen zu verbessern. Dies wird mit einem einem fairen und stabilen Preis belohnt.

Oft sieht die Realität anders aus, denn auch faire Unternehmen unterliegen dem Marktgesetz der Konkurrenz und des günstigsten Angebots. Wenn also die Vorteile der gesparten Ressourcen nicht ausreichen, muss der Preis des Produktes angepasst werden. Diese Preiserhöhung muss gegenüber dem Kunden begründet werden. Wichtig ist daher, die gesteigerten nachhaltigen Tätigkeiten den Kunden mitzuteilen.

  • Kommunikation

Ihre Kunden können nur von Ihrem Engagement erfahren, wenn Sie es kommunizieren. Eine ehrliche Darstellung und überzeugendes nachhaltiges Handeln bewirkt eine nachhaltige Kundenbindung und Vertrauen von Seiten neuer Kunden. Auf diese Weise ist auch der Bestand Ihres Unternehmens nachhaltig gesichert.

Wenn Sie persönliche Beratung für Ihr Unternehmen bekommen wollen, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.

Zwitscherquiz: Wie viele Vogelstimmen kenne ich?

Zwitscherquiz: Wie viele Vogelstimmen kenne ich?

Blaumeise (Parus caeruleus) Foto: F. Hecker
Bereitgestellt vom NABU zur Kampagne „Stunde der Gartenvögel“

Oft laufen wir durch den Wald oder sitzen im Garten und hören den Gesang der Vögel und das singende Wesen will sich uns nicht zeigen. Dann gibt es wieder Momente, an denen wir das Lied eines Vogels immer wieder hören und schließlich den singenden Vogel erkennen. Dadurch lernt man unsere fliegenden Freunde auf eine ganz andere Art und Weise kennen. Dieses Vogelquiz vom NABU hilft uns, unseren Sinn zu stärken. Vielleicht zwitschert so der Wald beim nächsten Spaziergang schon ein wenig bekannter.

Die Stunde der Gartenvögel im Unterricht

Die Stunde der Gartenvögel im Unterricht

Rotkehlchen (Erithacus rubecula) Foto: Frank Hecker Naturfotografie

Jedes Jahr im Frühling führen die Naturschutzverbände NABU und LBV die Aktion „Stunde der Gartenvögel“ durch. Bundesweit werden Vögel gezählt und die Beobachtungen gemeldet. Mitmachen kann, wer möchte. Während einer Stunde, zwischen dem 9. und 11. Mai, möglichst zu früher Stunde setzt man sich in den eigenen Garten oder neben Nachbargärten und bestimmt die beobachteten Vögel. Die Anzahl der Vögel einer Art in der größten beobachteten Gruppe wird notiert, um Doppelzählungen zu vermeiden.

In diesem Jahr bieten Referentinnen vom LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.) in der Region Oberbayern ein Klassenzimmerprogramm an:

Training für die Stunde der Gartenvögel in Schulen 

90 min für die 2. bis 4. Klasse bzw. 45 min für die 5. bis 6. Klasse 

Im Rahmen eines ca. 90 minütigen Klassenzimmerprogramms lernen die Kinder spielerisch die 15 häufigsten Vogelarten kennen sowie viel Spannendes und Wissenswertes über Vögel im Allgemeinen. Die Aktion „Stunde der Gartenvögel“  vom 9.-11- Mai wird erklärt und die Kinder können dann selbst daran teilnehmen. Interessierte Lehrer/innen für Grundschulen und weiterführende Schulen werden gebeten, diesbezüglich Kontakt mit dem LBV aufzunehmen.

Anmeldung und Kontakt:
Julia Prummer
LBV Oberbayern Umweltbildung
Kuglmüllerstraße 6
80638 München 
Telefon: 089219643050
email: umweltbildung-oberbayern@lbv.de

www.lbv.de