Die Oecofinca La Tuani

Die Oecofinca La Tuani

An der Westküste Nicaraguas, zwischen Masaya und den Vulkanbergen und Lagunen liegt eine kleine Finca mit Zitronenhainen, Bananenstauden, riesigen Avocadobäumen und einem kleinen, sich ökologisch entwickelten Regenwald. In den Jahren 2011 und 2012 habe ich dort gewohnt und die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft gestaltet. In dieser Zeit haben uns einige Freunde besucht und bei der täglichen Arbeit geholfen.

Die erste Besucherin, Lisa berichtet über ihren Aufenthalt auf der Finca:

„Die Finca steht auf einer Anhöhe mitten in einem schönen Waldgebiet mit Bananen – Avocado – Zitronen und Orangenplantagen.

Mangobäume und Palmen säumen den Weg und Kolibris, Schmetterlinge freuen sich über eine reiche Blumenvielfalt. Zusammen mit Grillen, zeitweise auch mal ein Schwein, oder Hühnchen vom Nachbarn bildet es ein kleines Paradies.

Ich habe mich gleich wohlgefühlt und genoss die Ruhe, kombiniert mit einem einfachen Fincaleben. Wir ernteten zusammen Zitronen die gerade reif waren und die später auf dem Markt von Diriamba verkauft werden sollten.

Durch Martinas Wissen und den unzähligen Erklärungen, über die verschiedenen Pflanzen und die Natur habe ich nicht nur staunen dürfen, sondern habe auch verstanden wie und wofür eine Pflanze wächst. Und so haben wir auch die hauseigene Aloe Vera benutzt, um Wunden zu heilen und leichte Sonnenbrände zu lindern.“

Wer in Nicaragua unterwegs ist und einige Zeit im Besucherhäuschen wohnen möchte und den Alltag auf einem tropischen Bauernhof erleben möchte, einfach bei Henry anrufen und nachfragen: (00505) 84637870 movistar oder (00505) 86456761 claro.

Weiter Lesen über ökologische Landwirtschaft und Aufforstung in den Tropen

Pilze in der Permakultur

Pilze in der Permakultur

Das Zentrum für Nachhaltigkeit wird vom 17.-19.April 2015 einen Workshop veranstalten, bei dem unterschiedliche theoretische und praktische Grundlagen der Speise- und Medizinal-Pilzzucht erlernet werden.

Die Motivation für dieses Seminar: „Wir haben festgestellt, das in der gesamten Permakultur-Szene seit jahren immer wieder die Wirkung und Wechselwirkung von Pilzen mit der umgebenden Flora diskutiert wird (Stamets, George Lawton etc), jedoch extrem selten nur Permakulturisten trotz Bekanntsein dieser benefiziellen Eigenschaften auch tatsächlich Pilze anbauen. Dies vermutlich aufgrund fehlenden Informationen und Anleitung. Wir wollen mit unserem Kurs diesen Umstand besser und ein Stück Wissen wieder freier machen, um den Planeten langfristig und nachhaltig zu stabilisieren. Der Workshop wird sehr praktisch orientiert sein, auf die Bedürfnisse von urbanen und ländlichen Permakulturisten zugeschnitten.“

Als Referent ist Dr. rer. nat. Danny Kaulitz (freier Pilzzucht-Dozent) geladen.

Los geht es am Freitag gegen 15 Uhr. Ende ist Sonntag gegen 17 Uhr.

Themen
– Pilzanbau in der Stadt und auf dem Land
– einen Pilzgarten anlegen
– effektive Labortechniken zur Pilzzucht und Brutvermehrung erlernen und nutzen
– DIY Technologie effektiv nutzen

Kosten
300,00 € je Teilnehmer*in

In den Kosten sind enthalten:
240,00 € für den Workshop (inkl. Pilzkulturen im Wert von 80,00 € zum mitnehmen)
60,00 € für Übernachtungen und Verpflegung

Weiter zum Flyer des Pilzseminars und zur Anmeldung: http://zentrumfuernachhaltigkeit.de

Projekt: Hannes Permakultur Blog

Projekt: Hannes Permakultur Blog

„Erdbeeren im November“ Foto: Hannelore Zech

Das Internet ist voller Schätze. Nun möchte ich weitere Projekte vorstellen, die sich um die Themen Natur, Gärtnern und das Leben in der Natur drehen. Ein Blog, der mich sehr fasziniert, ist der Blog über Permakultur von Hanne. Ich habe sie gefragt, ob sie Lust hat, diesen vorzustellen. Hier ihre Nachricht:

 „Wenn ich online bin, dann bin ich meistens damit beschäftigt meine Seiten zu aktualisieren oder auf Facebook zu dokumentieren. Das nehm ich als Art Tagebuch und Anregung zum Nachmachen für andere, bzw. auch zum Erfahrungsaustausch mit anderen Naturgärtnern und Selbstversorgern.

Ich habe zum einen den Permagarten-Blog auf www.permagarten.wordpress.com, den benütze ich als Praxisblog, meinen offiziellen Blog habe ich auf www.mienbacher-waldgarten.de, hier hab ich alle meine Kurstermine drin und das Geschäftliche. Bei beiden Blogs gehts um meinen Waldgarten. Diesen bewirtschafte ich seit 2010 als permakulturellen Lehr- und Schaugarten und seit 2013 auch als Nutztier-Arche. Die Selbstversorger-Akademie ist hier angeschlossen. Mein Garten ist die Basis all dessen. Er ist für mich Versorgung mit Essen, Versorgung mit Bildmaterial für meine Artikel, Versorgung für seelischen Ausgleich und Heimat für meine Tiere, einfach Lebensraum für uns alle. Mein kleiner Garten Eden, den ich gerne teile, bzw. verwende, um zum Nachmachen zu animieren.
Nach den Prinzipien des permakulturellen Waldgartens aufgebaut und immer weiter ausgebaut als essbare Landschaft ist der Mienbacher Waldgarten eine Oase in der landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft.
Viele Wildtiere finden hier eine Heimat. „

Gerne stellen wir noch weitere Naturprojekte vor. Wer sein Projekt bei uns vorstellen möchte schreibt einfach uns per Mail an gartentor(ät)gartenelfen.de

Einkaufen nach den Jahreszeiten

Einkaufen nach den Jahreszeiten

Als das „Dschungelkind“ Sabine Kuegler begann in Deutschland zu leben musste sie erst lernen, wie man im Supermarkt einkaufen gehen kann. Sie war gewohnt, im Dschungel das zu sammeln, was an den Bäumen wuchs. So ein Dschungel-Supermarkt geht mit der Natur und zu jeder Saison gibt es anderes Obst oder Gemüse zu sammeln. Auch bei uns wächst unsere Nahrung saisonal, schon aufgrund der strengen Winter. Im Frühling erwacht die Natur und es gibt frische Blätter. Es beginnt die Spargelzeit, der Rhabarber, erste Salate. Dann im Frühsommer das erste Beerenobst und frühes Gemüse. Langsam reifendes Obst wie Äpfel oder Trauben sind im Herbst reif.

Unsere Supermärkte suggerieren uns durch ihr ganzjähriges Angebot, dass es alles immer gibt. Doch wer auf das Herkunftsland achtet, wird erkennen, dass ein Grossteil der Äpfel derzeit von der Südhalbkugel kommt, dort wo jetzt gerade Herbst war und frisch geerntet wurde. Ganz langsam fangen hier die Frühäpfel an, reif zu werden.

Kooprativen des fairen Handels zB. bei preda waren erstaunt dass die Handelspartner die Mangos nicht ausserhalb der Saison brauchen sondern, weil sie sie trockneten für Mangochips gerne während der Saison. Auf dem lokalen Markt seigt der Preis ausserhalb der Saison ins 10 bis 20-fache. Deshalb wenden viele Bauern eine Methode an, um die Blütezeit außerhalb der Saison einzuleiten. Für die Pflanze bedeutet dies Stress, da sie mit weniger idealen Klimabedingungen zurecht kommen muss.

Auch für den Menschen ist es nicht unbedingt ideal, Obst und Gemüse ausserhalb der Saison zu essen. Unsere Kulturpflanzen sind in feinster Co-Evolution in jahrtausendlanger Entwickling gemeinsam mit uns Menschen entstanden. Man könnte sagen, ohne uns Menschen gäbe es nicht die Kuturpflanzen und uns Menschen gäbe es nicht in der heutigen Form ohne die Kulturpflanzen.

Die Evolution entwickelt sich mit dem Klima, mit technischen Faktoren wie Lagermöglichkeiten, Feuer und auch mit Krankheiten, Feinden, anderen Arten. Vitaminreiche Äpfel helfen uns beispielsweise im kalten Winter gegen Krankheiten und im Sommer erfrischen uns Kirschen und Pflaumen. So gesehen kann man sagen, die Natur hat sich etwas dabei „gedacht“, dass Gemüse und Obst saisonal verfügbar ist. Unsere Aufgabe ist nun, wieder darauf zu achten, was uns zu welchem Zeitpunkt von ihr geschenkt wird. Ein Gespräch mit dem lokalen Bauern, im Hofladen oder im Bioladen um die Ecke kann uns da sehr viel weiterhelfen. Eine lokale Gemüsekiste bringt unsere Nahrungsgewohnheiten in den Rhytmus der Natur. Oder wir beobachten die Bäume und Felder um uns herum oder pflanzen Obst und Gemüse in unserem Garten – und kaufen dort ein, ganz nach dem den Jahreszeiten.

Tomaten, in allen Formen und Farben

Tomaten, in allen Formen und Farben

Eine Gärtnerin lernt nie aus. Sie lernt und lernt und tauscht sich aus. Doch sie lernt wirklich nie aus. Im Frühjahr lernte ich bei lilatomate, wie ich Tomatenjungpflanzen säen und pikieren kann. Und die Sorten. Es gibt so viele Sorten und so viele Farben, Muster, Geschmackserlebnisse, Formen.

Green Zebra, Blaue Wildtomate, Reisetomate, Riesenfleischtomate, gelbe Datteltomate, Amore, Sieger, Drei Käse Hoch, Gelbe Johannisbeertomate, Harzfeuer, Striped Roman, Lila Sari, Sweet Tiger, Karotina, Gelbes Birnchen, Black Plum, Taubenherz, Smaragtapfel, Weiße Schönheit, Teguicigalpa, Maiglöckchen, Elfin, Fioline, Cherokee Green, Homosa, Orange Heart, Gartenfreude, …

Da wird die Rote Runde ja schnell langweilig. Wie schön, dass es passionierte Gärtnerinnen gibt, die ihre Samen selbst weiterziehen und somit jedes Jahr dafür sorgen, dass diese kulturelle Vielfalt erhalten bleibt.

Wer die gesamte Vielfalt der Tomaten verköstigen will, der sollte am 4. August in die Pfalz kommen, zur Ausstellung „Gartenschätze“.

Das Wohlfühlzentrum Maibacher Schweiz lädt ein

Das Wohlfühlzentrum Maibacher Schweiz lädt ein

In Nicaragua ist mein Wohlfühlzentrum die „Oecofinca La Tuani“. Hier in Deutschland ist es die „Maibacher Schweiz“, eine Gemeinschaft in Maibach, einem Dorf mitten im Taunus.

Ich lernte die Gemeinschaft kennen, als ich meiner Freudin Angelika half dort einzuziehen. Seitdem habe ich sie und die Gemeinschaft regelmäßig zu verschiedenen Anlässen besucht und immer eine schöne und erholsame Zeit erlebt.

Letztes Wochenende feierte die Gemeinschaft zehnjähriges Jubiläum und lud Freunde und Bekannte ein zum Tanzen, Singen am Lagerfeuer, zu einer Theatervorführung und Jubiläumsfeier, Spaziergängen im schönen Taunus, Kistenklettern und Seilbahnrutschen, zum kennen lernen der Bewohner und zum Austausch zwischen den Gästen.

Auch an weiteren Terminen in diesem Jahr möchte sich die Gemeinschaft für Besucher öffnen und Übernachtung in den vielen schönen Gästezimmern anbieten.

Das Gemeinschaften Festival ist ein Treffen von Bewohnern und Interessierten aus verschiedenen Teilen Deutschlands und der Welt und dient zum Austausch zu den Themen Gemeinschaftssuche und Gründung, Permakultur (Selbstversorgung), Entscheidungsfindung, Konfliktlösung, Entspannung und dem Wahrnehmen der Inneren Stimme. Vom 23. – 29. Juli.

Ganz besonders gefällt mir das Heartbeat Circle Vestival. Es findet vom 30. Juli bis 4. August statt und ist der Lebensfreude und dem Sein gewidmet. Gemeinschaft und sich selbst erleben mit Meditation, Tanz, Clownworkshop, Yoga, Singen und Schwitzhütte.

Wer einmal Yoga und das Erlebnis von Klettern in der Natur in Einem erleben möchte ist eingeladen zum Yoga Adventure Workshop von 23. bis 25. August.

Eine Woche im Wald als Türöffner zum Selbst-Bewusst-Sein wird vom 28. August bis 1. September angeboten.

Unsere Gärten als Halt in der globalen Krise

Unsere Gärten als Halt in der globalen Krise

In Zeiten der Krise werden weltweit verborgene Schätze gesucht, ausgegraben und genutzt. Ein enger Kontakt zu unseren Gartenpflanzen ist ein kultureller Schatz, den viele Deutsche beibehalten haben. Uns ist gar nicht bewusst, wie viel dies bedeutet.

Kartoffeln aus Kleingärten haben während der harten Nachkriegszeit das überleben vieler Familien gesichert. Auch für kommende Krisen – und da kann noch einiges kommen – sind unsere Kleingärten ein wunderbarer produktiver Schatz, der die Selbstversorgung und das Überleben sichern kann.

Unsere enge Beziehung zu Pflanzen gibt uns Halt.

Wie freue ich mich über die stolze Präsentation meiner Freundin des selbst gezogenen Kürbis, der eine sagenhafte Suppe ergab, über die Fülle auf dem Feigenbaum meiner Tante, über den liebevoll gepflegten Quittenbaum meines Vaters, dessen Früchte wir ernten durften. Das eigene Gemüse und Obst zu essen bringt Freude, macht ein bisschen Stolz und schmeckt ganz besonders. Wir wissen wo es herkommt und es ist überhaupt der beste Lohn für alle Gärtnermühen.

Hausgärtnern, Ökogärtnern, Großstadtgärtnern, Guerilla Gardening. Die Kleingärten der neuen grünen Welt blühen und gedeihen.

Und wie ist dies im globalen Süden? In Afrika, Lateinamerika, Asien? Für viele Landfamilien in Selbstversorgung ist die Krisensituation zum Alltag geworden: Sie spüren, dass der enge Kontakt zu ihren Pflanzen unabhängig von Marktpreisen und Entwicklungshilfe ist. Der wahre Reichtum kommt aus der Natur und da haben sie die besseren Karten als wir im Norden: Tropische Natur ist ca. vier mal produktiver als Natur in weiten Teilen des Nordens. Sie leben im Paradies.

Wirklich arm ist die Stadtbevölkerung, die landlosen Bauern und Wanderarbeiter. Sie verlieren ein wichtiges kulturelles Gut, den Kontakt mit den Nahrungspflanzen. Angesteckt vom globalen Konsumwahn geben Jugendliche ihren Tageslohn lieber für das neuste Handymodel aus, als für eine gute Ernährung. Erstaunlich, doch das passiert im Süden genauso wie im Norden.

Das Handy gibt uns zwar Prestige, doch Kraft gibt es uns nicht. Unsere Lebenskraft ziehen wir aus den Pflanzen, die uns Nahrung sind. Ich bin sicher, dass das im Innersten jeder zu schätzen weiß.

Danke an alle Kleingärtner/innen der Welt!

Einen Gemüse- und Kräutergarten anlegen

Einen Gemüse- und Kräutergarten anlegen

Wer noch nie gegärtnert hat, denkt sich sicherlich, es dauert Jahre, es zu erlernen. Dauert es auch. Denn erst nach vielen Jahreszeiten, nach erlebtem Wandel, kann man sich richtig auf sein Stück Garten einstellen. Doch genauso wie ein Blogger mit dem ersten veröffentlichten Artikel bereits ein Blogger ist, ist ein Gärtner mit der ersten gepflanzten Pflanze ein Gärtner. Durch stetiges Beobachten kann dann der ganz individuelle Gärtnerstil gefunden und von Mal zu Mal ausgebaut werden.

Ort des Gartens

Ein Gemüse- und Kräutergarten kann an jedem Ort angelegt werden. Er kann im Vorgarten, in einer Baumfassung am Strassenrand oder als Balkon- oder Fenstergarten in der Stadtwohnung gestaltet werden.

Gartendesign

Wichtig ist beim Design des Gartens auf die Sprache der Natur zu hören. In welches Umfeld richte ich meinen Garten ein, welche Elemente würden dazu passen? Auch auf Brachflächen haben sich bereits passende Wildpflanzen eingerichtet, die nicht einfach als Unkraut rausgerupft werden müssen. Bei der Übernahme eines Gartens kann im ersten Jahr hauptsächlich der Verlauf der Vegetation beobachtet werden, da sich häufig Pflanzen unter der Erde befinden.

Saatgut

Die Einfachste Art, lokal angepasste Samen zu bekommen, ist, einen erfahrenen Nachbargärtner um eine Auswahl zu bitten. Häufig freuen sich Gärtner über den Austausch mit anderen Gärtnern und man stosst auf Offenheit. Ein Grossteil unsere Kulturflanzenvielfalt wird von Kleingärtnern erhalten, daher ist es immer von Vorteil für die Artenvielfalt, wenn weitere Gärtner an dieser Arbeit teilhaben. Viele Pflanzen, z.B. Kräuter lassen sich auch leicht vegetativ vermehren. Biogemüse wie Tomaten und Paprika tragen die Samen in sich, bei anderen Arten ist die Samengewinnung aufwändiger. Zum Kauf von Saatgut und Kräutern empfehle ich die ökologische Bingeheimer Saatgut AG, LaBio und Lilatomate.

Loslegen

Auf Komposterde oder Mutterboden kann nun ausgesät werden. Keine Angst Fehler zu machen, denn diese sind zum Lernen da. Die Natur, unsere grösste Lehrerin zeigt uns durch ihr Verhalten, welche Pflanzen welche Erde und welche Lichtbedingungen mögen. Für Details lohnt es sich auch, in einem guten Gartenbuch zu schmökern. Ein lockerer, leicht feucht gehalteter Boden gibt den Samen eine gute Basis zum Wachsen.

Ernten!

Der Schönste Lohn für Gärtnermühen ist beim Wachsen der Pflanzen zuzusehen und schliesslich auch zu ernten. Manche Kräuter lieben es, zurückgeschnitten zu werden und vom schönsten und leckersten Gemüse kann man sich Samen für das nächste Jahr zurücklegen. Viel Spass!

Zu Besuch beim Kartoffelkombinat

Zu Besuch beim Kartoffelkombinat

Im Raum München haben sich Stadtbewohner zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen und bauen gemeinschaftlich Gemüse für den Eigenbedarf an. Das Kartoffelkombinat. Von der Idee bis zur Umsetzung ist ein Jahr vergangen und das Interesse ist so groß, dass der erste Anbauhof bereits nicht ausreicht, alle Genonssen und Genossinen zu versorgen. Ich meldete mich zu einem Besuch an. Da ich weiss, dass beim Gärtnern immer eine helfende Hand gebraucht wird, half ich heute das geerntete Gemüse in Kisten zu verpacken die an alle Mitglieder geschickt werden.

Der Genossenschaftsgedanke des Kartoffelkombinats lebt von der Mitarbeit der Mitglieder die sich somit gemeinschaftlich selbst mit Gemüse versorgen. Dadurch können sie eine Unabhängigkeit von industriellen Nahrungsmittelkonzernen erreichen. Wer selbst einmal eine Gemüsepflanze in den Boden gesetzt, ihr beim Wachsen zugesehen und geerntet hat weiss, wie wertvoll und schön dieses Privileg ist. Das Zubereiten und Essen dieses Gemüses ist etwas ganz besonderes. In meiner Küche duftet es schon nach Kartoffeln und den Mangold werde ich gleich probieren. Lest Ihr solange mal im Blog von Kartoffelkombinat.

Buchtipp: Quickfinder Biogarten

Buchtipp: Quickfinder Biogarten

Ein Garten geht mit dem Rhytmus der Natur. Auch für Gärtner ist es wichtig, ihre Aktivitäten den Jahreszeiten anzupassen Bauernregeln und traditionelle Jahresfeste zeigen uns an, welche Aktivitäten in welchem Monat wichtig sind. Am Besten hält man sich an erfahrene Gärtner, die in ihrer Arbeit den Rhytmus der Natur integriert haben. Das neue Buch der Gärtner Melanie Grabner (lilatomate) und Ludwig Watschong (alte-kulturpflanzen) führt uns durch einen phänologischen Naturkalender und erklärt einzelne Schritte des biologischen Gärtnerns. Ein wertvoller Schatz im Bücherregal.

 

Zum Buch Quickfinder Biogarten

 

Die zehn Gebote des permakulturellen Lebens

Die zehn Gebote des permakulturellen Lebens

Original auf Spanisch von Antonio Urdiales Cano permacultura.com.ar

Die Permakultur bietet ein nachhaltiges Leben ohne zeitliches Limit. Sie zeigt uns fast ohne energetischen Aufwand zu leben und zu arbeiten und ohne das Ökosystem und den Menschen zu schädigen. Dies ist eine Anwendung der Gesetze der Permakultur im Inneren einer Person. Sie sind wie religiöse Gebote aufgelistet, weil wir es die lustigste Art fanden. Wenn wir eine andere Art finden, die uns noch mehr Spass bring, ändern wir es.

1. Bezahle nichts
Das bezieht sich auf die eigenen Nahrungsmittel, Energie, Wasser, Gas. Also weder Nahrungsmittel noch täglich genutzte Ressourcen zukaufen. Die mentale Gesundheit einer Person lässt sich in Geld messen: Je mehr du ausgibst, um so ungesünder bist du. Unser Finanzminister lebt von mehr als 10.000 Euro im Monat, das ist das Maß seiner mentalen Gesundheit.

2. Arbeite so wenig wie möglich
Darin sind wir schnell Experten. Die Permakultur zeigt uns zu produzieren ohne die Erde zu bearbeiten, ohne zu mähen, Unkraut zu jäten, Steine zu sammeln, Heu zu machen und ohne Baumschnitt und Veredelung. Praktisch gar nichts. Wenn wir aufhören, gegen die Natur zu kämpfen, hören wir auch auf, unnötig Energie und Ressourcen zu vergeuden.

3. Mach was dir gefällt und verdiene damit
Anstatt das ganze Leben zu arbeiten um so viel Geld zu verdienen, damit ich etwas machen kann, was mir gefällt, geht es darum, von Anfang an etwas zu tun, was mir gefällt und alles was ich damit verdiene, und ist es noch so wenig, wird mehr als genug sein. Auf Handwerk kann man genauso stolz sein wie auf intellektuelle Tätigkeiten. Es ist gut, sich dem Handwerk zu widmen, um jene nicht zum studieren zu zwingen, denen die Büroarbeit nicht gefällt. Wir wollen eine Welt, in der kein Fischer davon träumt, ein Ingenieur zu sein und kein Ingeneur davon träumt, Fischer zu sein.

4. Bestimme selbst, was dir gefällt und lass nicht die großen Firmen entscheiden, was dir gefällt. Die Sklaven von früher waren die Arbeiter, jetzt sind es wir, die Konsumenten. Früher wurde mit der Peitsche versklavt, jetzt mir dem Glauben, dass uns dies und jenes gefällt. Sie lassen uns glauben, dass Plastik essen, Farbe trinken und selbst Auto zu fahren uns gefällt und dass der Beste Platz 1000 km von uns entfernt ist. Die Tourismusagenturen von hier sagen uns, dass dort der beste Platz ist. Dort sagen sie, der beste Platz ist ganz wo anders. Die meisten Stunden am Tag arbeiten wir, damit wir uns dieses Glück kaufen können, die Freizeit und Urlaubstage müssen dafür herhalten, dieses Glück, das uns die großen Firmen versprechen, zu erreichen.

Wir sind programmierbar und deshalb auch selbstprogrammierbar. Wir autoprogrammieren uns nach der Gier und der Gewalt, die wir in den Filmen sehen und es gibt mehr Gewalt in der Welt. Wir programmieren uns nach den tragischen Liebesgeschichten in der Seifenopern und schon haben auch wir Pech in der Liebe. Wenn die Freiheit existiert, dann dafür, dass wir uns selbst programmieren können, und zwar genau so, wir wie es uns selbst gefällt.

5. Deine Arbeit soll Deinen Bauch füllen und Dein Selbstwertgefühl (Ego)

Es reicht nicht aus, nur Geld zu verdienen. Wenn jemand das macht, was ihm gefällt, gibt ihm die Arbeit das Gefühl, nützlich zu sein, um die Welt kennen zu lernen, um eine Aufgabe in einer Gruppe zu übernehmen und vor allem, um das Selbstwertgefühl zu steigen [Kopie von (Lo pequeño es hermoso) von Frid Schumacher]. Jede Arbeit die du tust sollte dir Geld und Stolz einbringen. Wenn du Gitarre im Zug spielst, reicht Geld alleine nicht Geld aus, du brauchst auch Applaus.

6. Tu was du tun musst, und wenn du der einzige bist.

Um herauszufinden, ob etwas gut oder schlecht ist, stell dir die Frage: „Was passiert wenn alle Bewohner der Welt es tausende Jahre lang machen?“ Wenn nichts passiert, ist gut. Wenn es nicht permanent anwendbar ist, ist es schlecht. Doch es gibt andere Vorstellungen, die in der Gesellschaft kreisen, die sagen „Wenn es nicht alle machen, dann macht es keinen Sinn, darum mache ich es nicht“. Darum wird hier vorgeschlagen, das korrekte zu tun, auch wenn du der einzige bist. Sag es jemanden anderen, er soll da korrekte tun, auch wenn er der einzige ist und er sagt es jemanden andern und so weiter.

7. Suche Kooperationen mit beidseitiger Abhängikeit (Mutualismus) 
Eine Kooperation mit einseitiger Abhängigkeit ist unmoralisch für beide Seiten. Völlige Freiheit ist frei von Moral (weder gut noch schlecht). Wenn ich frei bin, verletze ich das Recht von niemanden, aber ich nütze auch niemanden. Bei Kooperationen mit beidseitiger Abhängigkeit (Mutualismus) haben beide Seiten einen Nutzen, doch immer die Option, diese zu beenden.

Es ist nicht möglich, dass die beiden Teile von einseitiger Abhängigkeit in beidseitige Abhängigkeit übergehen. Das ist nur von der Freiheit aus möglich. Es ist wichtig, dass beide Teile selbstversorgend und in sich stabil sind um eine Beziehung einzugehen. Wir sprechen von Beziehungen zwischen Pflanzen, Tieren, Menschen, Institutionen und Ländern.

8. Such deinen inneren Abfall, verzeihe ihm und verwandle ihn in Kaft.
Der innere Abfall, nenne es Überheblichkeit, Eitelkeit, Gier, Egozentrismus, Manipulation, etc., je nachdem wie es in dir selbst aussieht. Um dieses Gebot richtig zu verstehen, musst du eine Erfahrung machen. Lerne, Kompost herzustellen ohne dass sich Flüssigkeit bildet oder fauler Geruch. Die Personen, die dies geschafft haben, lernten etwas unnützliches und abstoßendes sich in etwas angenehmes und wertvolles verwandelt hat. Sie haben sich gefragt: „ Was passiert, wenn ich das mit den anderen Dingen im Leben mache?“ 
Es ist wichtig, dieses Gebot zuerst mit deinem äußeren Abfall zu üben, und danach mit deinem inneren Abfall.

9. Versuche Nutzen aus den schlechten Menschen zu ziehen, ohne dass sie aufhören, schlechte Menschen zu sein.
Wenn du einmal deinem eigenen inneren Abfall erkannt und ihm verziehen hast, kannst du auch die „schlechten Menschen“ verstehen und ihnen verzeihen. Du kannst sogar nützliche Kooperationen in gegenseitiger Abhängigkeit mit ihnen eingehen, ohne zu versuchen, sie zu ändern.

10. Ändere diese Gebote so wie es dir gefällt. 

Sukzessionale Agroforstwirtschaft oder: Im Fluss der Natur

Sukzessionale Agroforstwirtschaft oder: Im Fluss der Natur

Während meiner Zeit in Nicaragua wurde ich zu einem Seminar geladen, dass Naturefund zusammen mit ADECA in der Region des tropischen Trockenwaldes durchführte. Als Referent war Walter Yana von ECOTOP geladen, ein Bauer aus dem Bolivianischen Tropenwald, mit jahrelanger Erfahrung in der Anwendung in sukzessionalen Agroforstsystemen. Er erklärte uns das Prinzip im botanischen Garten von Adeca. 30 Familien waren zum Seminar eingeladen, allesamt Bauern und Bäuerinnen, die vor Allem um ihre Selbstversorgung bemüht sind und nah am Existenzminimum leben.

Walter teilte uns in Gruppen uns stellte uns drei Fragen. Was produzieren wir? Welche Probleme haben wir? Welche Lösungen finden wir? Nun, in der Region der trockenen Tropen produzieren die Bauern Reis, Bohnen, Yucawurzeln, Hirse, Mais. Ihre Probleme sind Trockenheit, ausgelaugte Böden, Samenknappheit, vermehrte Plagen und Krankheiten, Klimawandel und Monokulturen. Lösungen sind Bewässerung, Düngung durch chemischen und organische Düngemittel, Schädlingsbekämpfungsmittel. Walter erzählt über seine Region in Bolivien. Hier werden auch Reis, Bohnen, Yuca, Hirse und Mais angebaut, außerdem noch Koka.

Die nicaraguanischen Bauern und Bäuerinnen schmunzelten. Aha, sagten sie, kein Wunder geht es ihnen gut, wenn sie Kokain verkaufen… Nein, sagt Walter, mit Kokain hat das nichts zu tun und es ist auch nichts illegales. Was es damit auf sich hat, will er uns dann erzählen, wenn wir schon auf unseren Stühlen einschlafen. So schnell bringt er uns dazu aber nicht, denn wir laufen durch den Garten zu einem kleinen Modell, dass er für uns aus Erde und Zweigen gebaut hat. Es zeigt die Wiederbesiedelung von ausgelaugten Böden durch die Natur.

Zunächst wachsen dort Pionierpflanzen wie Gräser und Kräuter. Gleichzeitig keimen Bäume. Absterbende Krautpflanzen formen fruchtbare Erde und ermöglichen es den Baumsamen, ihre Wurzeln zu erweitern. Die Bäume wiederum verlieren ihre Blätter und liefern Nahrung für die anderen Pflanzen. Es ist ein sich aufbauender Kreislauf, bei dem jedes Element eine wichtige Rolle spielt, auch wenn es nicht auf dem Ersten Blick ersichtlich ist. Auf diese Weise formt sich eine dicke Bodenschicht und es entsteht das produktivste Ökosystem der Welt: Ein Wald.

Die Bauern und Bäuerinnen in Bolivien nutzen dieses Prinzip, um die Fruchtbarkeit der Böden und eine gesunde Dynamik der Landwirtschaft aufzubauen und beizubehalten. Sie versuchen dabei, die Landwirtschaft möglichst nahe im Bereich des Waldes zu halten, also Pflanzen verschiedener Stratusschichten zu erhalten, die die Biomasse erhöhen. Direkt nach Aussaht von Kulturpflanzen wie Mais, Bohnen, Reis alle zusammen in Mischkultur, werden die Zweige der hohen und mittelhohen Bäume geschnitten um genügend Licht für die Saat bereitzustellen.

Die geschnittenen Blätter werden auf dem Boden verteilt, daraus entwickelt sich langsam aber stetig die Humusschicht. Durch Aufbau und Erhaltung der Pflanzenvielfalt wird das System resistent gegen Krankheiten und Plagen, die Bauern sparen sich also die Schädlingsbekämpfungsmittel. Unterm Strich gewinnt also der Wald und die Menschen.

Das klingt sehr interessant, spannend für alle Anwesenden. Es schläft also niemand, dennoch wollen wir jetzt wissen, was es mit dem Koka auf sich hat. Walter erklärt uns, dass es eine alte Kulturpflanze der indianischen Bauern in Bolivien ist, die in der Backe gekaut wird. Sie soll aufweckend wirkend und Hunger stillen. Vor dem Samensäen werden Kokablätter und Wein den Göttern geopfert.
Ein Bauer stellt die Frage, welche Götter es denn sind, er kenne nur einen, das wäre Jesus Christus. Walter erklärt den dass es jeder Gott sein kann, vor Allem wird in Bolivien Pacha Mama, die Mutter Erde verehrt. Was der Mensch von ihr nimmt, muss er ihr wieder zurückgeben und sei es in Form von etwas, was er nicht braucht. Die nicaraguanischen Bauern staunten und ich schmunzelte über diesen spannenden Moment der zwischenamerikanischen Kulturbegegnung.

Am folgenden Tag durften wir unsere eigene Parzelle im Botanischen Garten von ADECA anlegen. Wir säen eine Vielfalt von Samen: Mais, Bohnen, Yucawurzeln, Waldbäume, Sträuchern, Fruchbäumen. Die umstehenden Bäume wurden entastet und ihre Blätter auf dem Boden verteilt. Wie motiviert alle mit ihren Macheten hieben! Ah, im Zerstören sind wir gut, witzelte Henry mit den Bauern, im Aufbauen müssen wir uns noch üben. Die umstehenden Bäuerinnen lachten.

In mir hat das neue Prinzip einen deutlichen Aha!- Effekt ausgelöst. Denn für mich neu ist Idee, so vielfältige Samen wie möglich zu säen, sich alle Stratusschichten zu bedienen um die natürliche Dynamik zu erhalten und an Maximum am Biomasse zu erzeugen, die dem Boden durch Baumschnitt schneller in Form von sich langsam zersetzendem Humus zurückgegeben wird. Und das alles ohne Dünger und Schädlingsbekämpfung.

Das Prinzip kann auf jedem Fleck der Erde angewendet werden. Allerdings benötigt es eine Anpassung an das jeweilige lokale Ökosystem. Das Prinzip, so gut es ist, hat sich noch nicht wie Lauffeuer um die Welt verbreitet, da es eines gewissen Feingefühls und einer stetigen Pflege bedarf, damit es nicht aus dem Gleichgewicht gerät und zum Beispiel die schnell wachsenden Bäume die Kulturpflanzen verdrängen. Der Bauer oder die Bäuerin muss also eine Gabe besitzen: In der Natur zu lesen. Die Natur ist die Beste Lehrerin der Welt, nur wir scheinen vergessen zu haben, ihre Sprache zu verstehen. Walter sagte uns, alle Anzeichen, seien es Krankheiten, zu schnelles oder zu langsames Wachstum, Schädlinge, sind Zeichen der Natur, die wir interpretieren können um unsere Pflegemaßnahmen anzupassen.