Wir denken, wir wären die einzigen

Wir denken, wir wären die einzigen

Wir Menschen haben für uns selbst den Anspruch, in vielen Bereichen einzigartige Lebenwesen zu sein. Wir sind einzigartig, jeder von uns. Jedoch unterscheidet uns nicht so viel von den Tieren, wie wir es denken. Beispielsweise ist die gängige Lehrbuchmeinung, dass Menschen die einzigen Lebewesen sind, die zu persönlicher Kommunikation fähig sind. Begründet wird dies im Vergleich zu unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen. Diese besitzen keinen Kehlkopf wie wir, der ihnen erlaubt, solch unterschiedliche Laute wie unsere zu machen, die letztendlich unsere Sprachen formen. Aber die Geräusche müssen nicht nur über den Kehlkopf erzeugt werden. Delphine können sich durch ihren Gesang erkennen und sogar beim Namen rufen. Wale kommunizieren mit ihrem Gesang Kilometerweit durch das Meer.

Unsere Sprache ist ein sehr ausgegklügeltes System und so divers, dass selbst Menschen aus unterschiedlichen Weltregionen sich nicht verstehen. Wir vergessen bei dieser Herangehensweise aber, dass dies nur ein Weg der Kommunikation ist. Wir haben fünf Sinne und von diesen nutzen wir den Seh- und Gehörsinn am Meisten. Was ist aber mit dem Tastsinn, dem Geruchsinn, dem Geschmack? Es gibt Tiere, beispielsweise Hunde, bei denen der Geruchsinn eine Million mal besser ausgebildet ist als unserer. Bei einer Vielzahl von Düften in dieser Welt, strömt auf diese Tiere mehr Information ein, als wir durch unser Auge wahrnehmen können. Mehr noch: Gerüche erzählen Geschichten. Spürhunde können über ihre Nase die Vergangenheit rekonstruieren, sie riechen, welche Person wo entlang gelaufen ist. Auch Ameisen können dies. Zudem haben sie eine reihe von Drüsenflüssigkeiten, die sie in den gewünschen Momenten einsetzen können. Chemie ist also auch eine sehr ausgegklügelte Form der Kommunikation. Auch Pflanzen nutzen diesen Weg: Bei Akazien in der afrikanischen Savanne wurde festgestellt, dass sie Ethylen ausstoßen, wenn sie angefressen werden. Dies alarmiert die umgehenden Akazien und diese bilden vermehrt Bitterstoffe in ihren Blättern, die dadurch für Tiere ungenießbar werden.

Wenn wir jetzt weiterdenken, gibt es einen weiteren Kommunikationsweg, den wir durch unsere Technik bereits entdeckt haben und nutzen: Licht. Die Information in diesem Text wird durch Licht auf dem Bildschirm erzeugt. Der Code dafür wird Kilometerweit durch Glasfaserkabel versendet und besteht aus reinem Licht. Den technichen Hintergrund dieser filigrane Kommunikation kennen nur wenige Menschen überhaupt, jedoch kann es jeder nutzen. Ob auch andere Lebenwesen auf der Erde diese Technik nutzen? Perfekte Sensoren für Licht haben die Pflanzen. Sie sind sozusagen wie übersäht davon, da sie ja über ihre grünen Blätter Licht in chemische Energie in Form von Zucker umwandeln könnnen. Ob sie jedoch auch selbst Licht erzeugen können, für Kommunikationszwecke, ist noch umstritten. Bäume bilden ein unterirdisches Netzwerk aus Wurzeln und sind mit den noch feineren und längeren Pilzfäden verbunden. Dieses Netzwerk überstreckt sich fast um die ganze Welt. In diesem Verbund können Signale über chemische Veränderungen ausgetauscht werden und, wie neuerdings festgestellt wurde, auch über elektronische Wellen.

In einer weiteren Sache sind die Tiere uns Menschen ähnlicher als wir denken. Eine frühere Definition vom Mensch lautete, dass wir imstande sind, Werkzeug selbst herzustellen und zu gebrauchen. Die Verhaltensforscherin Jane Goodall entdeckte bei ihren Beobachtungen an Schimpansen, dass diese Zweige von Blättern befreiten, um Ameisen aus dem Bau zu locken und zu fressen. Eine selbst hergestellte Angel. Als diese Entdeckung bekannt wurde, meinte der Anthropologe Luis Leakey: „Jetzt müssen wir entweder Werkzeug oder Mensch neu definieren, oder wir akzeptieren, daß Schimpansen Menschen sind.“

Gedanken nach der Wanderung auf die Alm

Gedanken nach der Wanderung auf die Alm

Tapfer waren wir. Eine Gruppe vom 9 Leuten, Kinder und Erwachsene, trotzen wir dem Regen und stiefelten hinauf auf die Alm. Durch den Nebel erkannten wir nicht wie hoch wir stiegen, aber der Weg ging recht steil aufwärts. Unterwegs kamen wir bei der bewirteten Schellenbergalm vorbei bei der wir Brotzeit, frische Milch und Tee bekamen.

Weiter ging es. Ein letzter Anstieg durch mystischen Bergwald. Als wir zum Soinsee kamen war dieser vom Nebel bedeckt. Ein paar Minuten starrten wir ins Weiße. Dann, ganz plötzlich lichteten sich die Wolken und der gesamte See wurde sichtbar und leuchtete türkisfarben. Unser letztes Stück zur Alm verlief eben. Sie liegt in einem Kessel umgeben von felsigen Gipfeln, auf denen das Weideland steil nach oben steigt.

Hier wurden wir in der Hütte empfangen und durften unsere nassen Kleider am Feuer trocknen und bekamen heißen Tee. Die beiden Sennerinnen Anna und Christiane erzählten uns von ihrem Leben. Aufstehen bei Morgengrauen, Stall ausmisten und das eigene Plumpsklo leeren. Danach die Tiere versorgen, die Schafen suchen um sie zu den Stellen, die aus Erosionsschutz abgegrast werden müssen, treiben. Anschließend werden die Jungrinder gezählt. Dabei wird geschaut wie es ihnen geht, ob keines lahmt oder krank ist. Nach einer Brotzeit geht es für die beiden daran, zusätzliche Aufgaben zu erledigen. Eine regelmäßige Aufgabe ist das Schwenden – das ist das Zurückschneiden von Latschenbüschen. Sie müssen auch das giftige Kreuzkraut einsammeln, denn es kann für die Tiere gefährlich werden. Abends haben sie oft noch ein paar anstrengende Stunden, wenn sie die steilen Wände der Alm hinaufklettern müssen um nach den Kälbern zu suchen, die Nachts in den Stall getrieben werden müssen.

Auch wenn es eine anstrengende Arbeit ist, so ist das Leben auf der Alm doch ein ganz besonderer Weg, wieder zu sich selbst zu finden. Dinge, die uns im Alltag oft überaus wichtig erscheinen, wie schicke Klamotten, neue Möbel, Geräte und anderes wird plötzlich nicht mehr wichtig. Anna beschrieb uns, es geht auch sehr einfach und das Glück findet sich oft noch Leichter im Einfachen. Dieses Gefühl zu erleben, das ist wohl das Besondere an einer Zeit auf der Alm.

Gestärkt und ausgeruht und inspiriert von den Erzählungen machten wir uns auf die Suche nach den Kälbern, die für die Nacht in den Stall getriebern werden müssen. Sie stehen auf dem gegenüberliegenden Hang und deshalb überlasse wir es Anna und Christiane mit ihren Gummistiefeln und Wanderstöcken, die Tiere einzutreiben. Wir wandern zurück ins Tal. Mittlerweile hat der Himmel aufgerissen und wir können den schönen Ausblick auf den Wendelstein genießen und endlich auch den Wasserfall sehen, der am Wegesrand in die Tiefe stürzt. Die Wanderung war anstrengend und doch etwas ganz besonders, da sie uns Einblick in das Leben auf einer Alm gebracht hat. Die Almwirtschaft ist ein wichtiges kulturelles Erbe und für den Naturschutz von hoher Bedeutung, denn durch Beweidung kann die hohe Vielfalt an endemischen Arten in den Alpen aufrechterhalten werden.

Wer eine Zeit auf einer Alm verbringen und beim täglichen Leben mithelfen möchte findet Informationen auf www.bergbauernhilfe.it und www.almwirtschaft.com. Weiter Informationen zum Almöhi-Bildungsprojekt des LBV: http://bergerlebnis.lbv.de

Mauerbienen – Kleine Helfer in Land und Garten

Mauerbienen – Kleine Helfer in Land und Garten

Dieses schöne Bild eines Mauerbienen-Päärchens hat die charmante Frau Ingrid „wandklex“ Heuser gemalt. Sie fertigt Wandmalerein an und malt Portraits von Mensch und Tier (www.wandklex.de) und durch eine Idee in meinem jüngsten Forschungsprojekt entstand das erste Bienenportrait durch ihre zauberhaften Hände.

Nun wohnt das Mauerbienenportrait bei der Leiterin der Studie, bei der ich im April und Mai mitgearbeitet habe. Wir untersuchten die Entwicklung der Mauerbienchen in der Agrarlandschaft. Da durfte ich zusehen, wie zuerst die Mauerbienen-Männchen aus ihren Kokons schlüpfen und eifrig umher flugen um auf ihre Weibchen warteten. Nach einigen Tagen schlüpften dann die Weibchen. Oftmals hatten diese nicht mal Zeit, ihre Flügel gerade zu rücken, denn schon kam das erste Männchen an und setzte sich auf sie. Dann folgt eine stundenlange Begattungszene. Was wir davon gesehen haben war, das ein (oder gar mehrere) Männchen auf dem Weibchen sass und mit den Füßen herumwirbelte. Sobald die Weibchen begattet wurden, beginnen sie, Pollen und Nektar in den Blüten der nächsten Umgebung zu sammeln. Dabei leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung unserer Kulturpflanzen. Den Pollen und Nektar tragen die Mauerbienenweibchen in Brutröhren ein. Das sind Löcher in Holzblöcken, die wir für sie bereitgestellt haben. Sie füllen nun eine Zelle mit Pollen und einem Tropfen Nektar, legen ein Ei in die Mitte und dann wird diese kleine Zelle zugemauert. Da haben wirs also: So entstand der Name der Mauerbiene. Sie sind Maurermeisterinnen. Sie mauern fleißig eine Zelle nach der anderen, in der die Bienenmaden schlüpfen und beginnen sich am Pollen satt zu fressen.

Nun, wenn die kleinen Bienenmaden sich in ihren Zellen groß und dick gefressen haben, verpuppen sie sich und dann beginnt die Verwandlung zur Biene. Dies alles dauert nur wenige Wochen. Ab dann liegen die fertigen Bienen in ihren Kokons, warten bis es kälter wird und noch kälter. Sie fallen in Kältestarrre. Und dann im Frühling, wenn es warm wird, also, wenn es warm genug wird, dann entscheiden sie sich, aufzustehen. Sie knabbern mit ihren Mundwerkzeugen den Kokon auf und sobald sie das Licht der Welt gesehen haben, beginnt das Spielchen wieder von vorne. Erstaunlich, wenn man sich überlegt, dass sie dann nur noch 4-6 Wochen alt werden und das wo sie 11 Monate lang in ihrem Kokon gesessen und auf diesem Moment gewartet haben. Wenn man die Bienen in ihrem Liebesflug selbst beobachten möchte, kann man ihnen im eigenen Garten einen Lebensraum schaffen und ihnen ein Hotel bauen. Dazu bohrt man ca. 4-10 mm dicke Löcher in ein Stück Holz und deckt dieses mit einem Dach ab. Mehr Informationen dazu auf www.bienenhotel.de

Naturschutz durch Nutzung

Naturschutz durch Nutzung

Konikpferde im Naturschutzgebiet Steinbühl, Rheinland-Pfalz Foto: Martina Flörchinger

In einer natürlichen Umgebung sind Ökosysteme regelmäßig Störungen ausgesetzt. Ein Feuer zerstört Teile eines Waldes, ein Orkan fällt Bäume und ein natürlich fließender Bachlauf gräbt sich in eine Böschung, hinterlässt Abbruchstellen und Sandaufhäufungen. Viele Arten haben sich auf die Wiederbesiedelung dieser Regionen spezialisiert. Diese sogenannte „natürliche Sukzession“ ist ein Prozess, bei dem die Fläche einen Prozess der Wiederbesiedelung erfährt. Dabei wechseln sich die Häufigkeiten der besiedelnden Arten ab. Pionierpflanzen werden von anderen abgelöst, welche dann wieder von weiteren abgelöst werden. Die durchschnittliche Vielfalt an Pflanzenarten ist also an einem Gebiet, das regelmäßigen Störungen ausgeliefert ist höher als bei ungestörten Gebieten.

Durch die fortgeschrittene Fragmentierung natürlicher Gebiete sowie die Einbindung von Störungen wie Waldbrände und natürlich fließender Bäche und Flüsse fallen diese Sukzessionsstadien häufig weg. Daher sucht man sich im praktischen Naturschutz Elemente, die diese Störungen ersetzen. Durch Beweidung kann beispielsweise eine Fläche frei von Büschen gehalten werden und seltene Blütenpflanzen können sich ansiedeln.

Auf größeren Weideflächen werden Konikpferde gehalten, diese können das ganze Jahr über auf der Weide leben. Sie lassen sich auch besonders gut mit Heck-Rindern halten, dies ist eine Rückzüchtung der Rinder, die den wilden Vorfahren, den Auerochsen sehr nah kommt. Nur durch die Nutzung und durch den regelmäßigen Eingriff in die Natur bleibt die Artenvielfalt erhalten. Eine Projektbeschreibung des Beweidungsprojektes im Steinbühl bietet der NABU Rheinland-Pfalz.

Auch auf intensiv genutzten Flächen lassen sich Naturschutzmaßnahmen durchführen, die die Nutzung und den Naturschutz vereinen. Gerade auf Randflächen und am Wegesrand siedeln sich gerne seltene Blütenpflanzen an. Einige Maßnahmen, beispielsweise zum Schutz des Rebhuhns durch Randflächenschutz werden staatlich gefördert. Informationen dazu gibt es beim LBV.

Bei unbeweideten Streuwiesen kommt es auf die Art der Nutzung an. Vor Allem sollte man den Zeitpunkt der Mahd bedenken, dass seltene Blütenpflanzen ihre Samen verbreiten können. Auf Obstwiesen kann man ungenutzte Zweige häufen, um beispielsweise einen Rückzugsraum für Igel zu errichten. Eine trockene Steinmauer bietet Lebensraum für Eidechsen. Eine Anleitung zur nachhaltigen Nutzung von Streuwiesen bietet das LFU.

Zwitscherquiz: Wie viele Vogelstimmen kenne ich?

Zwitscherquiz: Wie viele Vogelstimmen kenne ich?

Blaumeise (Parus caeruleus) Foto: F. Hecker
Bereitgestellt vom NABU zur Kampagne „Stunde der Gartenvögel“

Oft laufen wir durch den Wald oder sitzen im Garten und hören den Gesang der Vögel und das singende Wesen will sich uns nicht zeigen. Dann gibt es wieder Momente, an denen wir das Lied eines Vogels immer wieder hören und schließlich den singenden Vogel erkennen. Dadurch lernt man unsere fliegenden Freunde auf eine ganz andere Art und Weise kennen. Dieses Vogelquiz vom NABU hilft uns, unseren Sinn zu stärken. Vielleicht zwitschert so der Wald beim nächsten Spaziergang schon ein wenig bekannter.

Die Stunde der Gartenvögel im Unterricht

Die Stunde der Gartenvögel im Unterricht

Rotkehlchen (Erithacus rubecula) Foto: Frank Hecker Naturfotografie

Jedes Jahr im Frühling führen die Naturschutzverbände NABU und LBV die Aktion „Stunde der Gartenvögel“ durch. Bundesweit werden Vögel gezählt und die Beobachtungen gemeldet. Mitmachen kann, wer möchte. Während einer Stunde, zwischen dem 9. und 11. Mai, möglichst zu früher Stunde setzt man sich in den eigenen Garten oder neben Nachbargärten und bestimmt die beobachteten Vögel. Die Anzahl der Vögel einer Art in der größten beobachteten Gruppe wird notiert, um Doppelzählungen zu vermeiden.

In diesem Jahr bieten Referentinnen vom LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.) in der Region Oberbayern ein Klassenzimmerprogramm an:

Training für die Stunde der Gartenvögel in Schulen 

90 min für die 2. bis 4. Klasse bzw. 45 min für die 5. bis 6. Klasse 

Im Rahmen eines ca. 90 minütigen Klassenzimmerprogramms lernen die Kinder spielerisch die 15 häufigsten Vogelarten kennen sowie viel Spannendes und Wissenswertes über Vögel im Allgemeinen. Die Aktion „Stunde der Gartenvögel“  vom 9.-11- Mai wird erklärt und die Kinder können dann selbst daran teilnehmen. Interessierte Lehrer/innen für Grundschulen und weiterführende Schulen werden gebeten, diesbezüglich Kontakt mit dem LBV aufzunehmen.

Anmeldung und Kontakt:
Julia Prummer
LBV Oberbayern Umweltbildung
Kuglmüllerstraße 6
80638 München 
Telefon: 089219643050
email: umweltbildung-oberbayern@lbv.de

www.lbv.de