Vorbereitungen zum Bilderwettbewerb in Nicaragua

Vorbereitungen zum Bilderwettbewerb in Nicaragua

Derzeit bereiten sich die Kinder vom Kunstprojekt Artepintura in Nicaragua auf den großen Bilderwettbewerb vor. Die Preisverkündung wird am 31. Oktober 2014 stattfinden. Wie jedes Jahr ist dieses Datum eine Höhepunkt der Gruppe und die Kinder zeigen ihre Bilder, spielen Musik und zeigen wunderschöne Tanzdarbietungen. Dieses Jahr ist das Thema: “ Meine Rechte und Pflichten in der Gemeinschaft“. Am Programm Artepintura nehmen 300 Kinder in 5 ländlichen Gemeinden teil. Der regelmäßige Kunstunterricht durch freiwillige Jugendliche fördert das Gemeinschaftsgefühl, bietet Umweltbildung und fördert das Selbstvertrauen der Kinder, die sonst nicht viel Möglichkeiten einer Freizeitbeschäftigung haben.

Sie sind noch auf der Suche nach Sponsoren für Farbe und Papier, damit sie am Wettbewerb teilnehmen können. Wer sich mit einem kleinen Beitrag beteiligen möchte, bitte melden!

Mehr Informationen und Bilder gibt es jetzt auf der neuen Facebookfanseite von Artepintura

Mauerbienen – Kleine Helfer in Land und Garten

Mauerbienen – Kleine Helfer in Land und Garten

Dieses schöne Bild eines Mauerbienen-Päärchens hat die charmante Frau Ingrid „wandklex“ Heuser gemalt. Sie fertigt Wandmalerein an und malt Portraits von Mensch und Tier (www.wandklex.de) und durch eine Idee in meinem jüngsten Forschungsprojekt entstand das erste Bienenportrait durch ihre zauberhaften Hände.

Nun wohnt das Mauerbienenportrait bei der Leiterin der Studie, bei der ich im April und Mai mitgearbeitet habe. Wir untersuchten die Entwicklung der Mauerbienchen in der Agrarlandschaft. Da durfte ich zusehen, wie zuerst die Mauerbienen-Männchen aus ihren Kokons schlüpfen und eifrig umher flugen um auf ihre Weibchen warteten. Nach einigen Tagen schlüpften dann die Weibchen. Oftmals hatten diese nicht mal Zeit, ihre Flügel gerade zu rücken, denn schon kam das erste Männchen an und setzte sich auf sie. Dann folgt eine stundenlange Begattungszene. Was wir davon gesehen haben war, das ein (oder gar mehrere) Männchen auf dem Weibchen sass und mit den Füßen herumwirbelte. Sobald die Weibchen begattet wurden, beginnen sie, Pollen und Nektar in den Blüten der nächsten Umgebung zu sammeln. Dabei leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Bestäubung unserer Kulturpflanzen. Den Pollen und Nektar tragen die Mauerbienenweibchen in Brutröhren ein. Das sind Löcher in Holzblöcken, die wir für sie bereitgestellt haben. Sie füllen nun eine Zelle mit Pollen und einem Tropfen Nektar, legen ein Ei in die Mitte und dann wird diese kleine Zelle zugemauert. Da haben wirs also: So entstand der Name der Mauerbiene. Sie sind Maurermeisterinnen. Sie mauern fleißig eine Zelle nach der anderen, in der die Bienenmaden schlüpfen und beginnen sich am Pollen satt zu fressen.

Nun, wenn die kleinen Bienenmaden sich in ihren Zellen groß und dick gefressen haben, verpuppen sie sich und dann beginnt die Verwandlung zur Biene. Dies alles dauert nur wenige Wochen. Ab dann liegen die fertigen Bienen in ihren Kokons, warten bis es kälter wird und noch kälter. Sie fallen in Kältestarrre. Und dann im Frühling, wenn es warm wird, also, wenn es warm genug wird, dann entscheiden sie sich, aufzustehen. Sie knabbern mit ihren Mundwerkzeugen den Kokon auf und sobald sie das Licht der Welt gesehen haben, beginnt das Spielchen wieder von vorne. Erstaunlich, wenn man sich überlegt, dass sie dann nur noch 4-6 Wochen alt werden und das wo sie 11 Monate lang in ihrem Kokon gesessen und auf diesem Moment gewartet haben. Wenn man die Bienen in ihrem Liebesflug selbst beobachten möchte, kann man ihnen im eigenen Garten einen Lebensraum schaffen und ihnen ein Hotel bauen. Dazu bohrt man ca. 4-10 mm dicke Löcher in ein Stück Holz und deckt dieses mit einem Dach ab. Mehr Informationen dazu auf www.bienenhotel.de

Landart – Schnee & Stille, Kunst & Knirschen

Landart – Schnee & Stille, Kunst & Knirschen

Fotos: Lothar Forstmair

Am Wochenende vom 7. bis 9. Februar 2014 zogen zwölf Teilnehmer der NAJU Bayern (Naturschutzjugend im LBV) auf zum Seminar „Landart – Schnee & Stille, Kunst & Knirschen“. In einer Selbstversorgerhütte im Graswangtal machten wir es uns gemütlich. Wir erkundeten die Schneelandschaft der bayerischen Alpen.

Zu Beginn wurden unsere Sinne für die Stille der Natur sensibilisiert. Durch die sanfte und klare Anleitung von Christina Diana Wenderoth, fiel es uns leicht, in einen kreativen Fluss zu kommen. Inspiriert von einer farbenfrohen Geschichte ließ sie uns Farben in der Natur sammeln und auf ein „weißes Blatt Papier“ auf Schnee anordnen. Es entstand ein wunderschönes Naturbild aus Blättern, Moos, Holzstückchen und Früchten mit feinen Farbübergängen. Dann lud uns eine zugefrorene Pfütze ein, Kunstwerke aus Eis und Schnee zu Formen. Die Sonne spielte mit unseren Werken und zauberte eine magisches Lichtspiel… bis sie schließlich schmolzen.

Auf einer Wegstrecke am trockenen Flusslauf entstand ein „Naturfleckerlteppich“, eine Kombination aus verschiedenen Feldern, gefärbt mit buntem Naturmaterial: Zweige, Steine, Federn, Blätter, ein Schattenspiel… Anschließend durften wir in Zweiergruppen einen Sessel aus Schnee modellieren daraus in der zweiten Aufgabe, schweigend, ein Musikinstrument formen. Das spannende daran war, herauszufinden, welches Musikinstrument der andere vor hat zu bauen.

Am Sonntagmorgen hatten wir in einem zweistündigen „Freilandatelier“ Zeit, unsere eigenen Kunstwerke zu gestalten. In der anschließenden Vernissage bestaunten wir die Schöpfungen. Ein Mandala aus schwimmenden Blättern, eine umgefallene Wurzel, die plötzlich aussah wie ein Wolf, der mit offenen Augen schläft. Ein Fließbild aus Blättern und Zweigen und eine Mauer aus Schneeblöcken, durch deren Muster die Sonne in vielen Facetten schien. Eingeschmiegt in die schöne Landschaft sahen unsere Kunstwerke besonders beeindruckend aus.

Mir half das Seminar, zur Natur, zu Ruhe und zu mir selbst zu finden. Nach drei Tagen in der Stille der Natur fühlte ich eine tiefe Ruhe und Zufriedenheit in mir. Wir alle fanden ein wenig Entschleunigung und konnten in der Natur auftanken. Landart ist eine Methode, durch die Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene auf einfache Weise in Kontakt mit der Natur treten können. Durch Kreativität wird ein Bewusstsein für die Vielfalt der Materialien und Lebewesen der Natur geschaffen. Dies bildet einen wichtigen Grundstock in der Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Mehr zum Thema Landart auf der Facebookgruppe „Landart“ und auf der Seite von Christina Diana Wenderoth: www.naturkunstundspiel.de

Von ihr eine Herzliche Einladung zu den nächsten Seminarterminen:

Landart & Naturgenuss

Landart-Tage zum Kennenlernen, Eintauchen, Vertiefen & Genießen
Mit allen Sinnen begegnen Sie der Natur in jeder Jahreszeit: leuchtenden Blättern, vielfältigen Steinen & biegsamen Ästen und Gräsern… Die Naturmaterialien inspirieren; sie laden ein, selbst aktiv zu werden und die eigene oft ungeahnte Kreativität (wieder-) zu entdecken: Landart-Kunstwerke entstehen mit den bloßen Händen, Zeitlosigkeit stellt sich ein und Sie tanken Ruhe, Kraft, die sich nachhaltig auf Ihren Alltag auswirken kann. Einfache Mittel & die Großzügigkeit und Freiheit der Natur begleiten Sie an diesem Tag.

Daten: Sonntag, 11. Mai 2014, Mangfall-Tal, Nähe Holzkirchen: „Landart im UrLaubWald an der Mangfall“
Sonntag 25. Mai 2014, Nürnberg: „Landart-MaiGrün“Samstag 05. Juli 2014, Ottobrunnn bei München: Landart-Tag für Eltern und Pädagogen (in Kooperation mit der vhs SüdOst, dort gesonderte Anmeldebedingungen, www.vhs-suedost.de Kursnr 12430, Gebühr: 65 Euro)
Sonntag 20. Juli 2014, Raum München, ggf. Berge/Obb.: „Landart-Leichtigkeit des Sommers“
Weitere Termine in Planung
Zeit: 10 – 17 Uhr

Preis: 60 € bis 130 € nach Selbsteinschätzung / EinkommenStornogebühr: bei Absage ab dem 14.Tag vor der Veranstaltung fällt eine Stornogebühr von 30 € an, ab dem 7. Tag vor der Veranstaltung fallen 60 € anAnmeldung/Informationen: Christina Diana Wenderoth, Tel. 089 / 271 25 18, info (at) naturkunstundspiel.de www.naturkunstundspiel.de

 

Kunst für eine gerechtere Welt

Kunst für eine gerechtere Welt

Im Februar habe ich mit einen Näherin aus Nicaragua gesprochen, die in einer großen Fabrik arbeitet. Sie beschrieb mir ihr hartes Leben und über ihre Träume, ihre eigene Situation zu verbessern. Nun möchte ich ihr helfen und ihr eine Startfinanzierung für die Nähmaschine geben. Dafür brauche ich noch Hilfe! Wer etwas direkt an das Projet spenden möchte, bitte eine email an gartentor(ät)gartenelfen.de schreiben, ich sag Bescheid, wie das möglich ist.

Alexandra Martin vom Kronschatz hilft uns mit ihrer Kunst: Für den Kauf einer Märchen-CD spendet sie 2 Euro an das Projekt!!

www.kronschatz.de

 

 

Eine besondere, alltägliche Geschichte

Du erzählst gerne Geschichten?“ fragte mich mein Freund Jairo, der Kunst- und Musiklehrer vom Projekt Artepintura in ländlichen Gemeinden Nicaraguas. „Ja“ antwortete ich. „Vielleicht magst du einer Geschichte lauschen, die noch nicht viele Menschen ausserhalb Nicaraguas kennen. Eine Geschichte, die das Leben schreibt, erzählt von einer Frau, die in der „Zona Franca“ arbeitet, der Freihandelszone direkt neben unserer Gemeinde. Unser Projekt hatte schon öfters Besuch aus Nordamerika und oft haben sich die Besucher und Besucherinnen mit den Frauen zusammengesetzt und einfach nur ihrer Geschichte gelauscht. Den Frauen scheint es sehr gut zu tun, wenn sie sich jemanden ausserhalb der Gemeinde anvertrauen können. Ausserdem scheinen sie auf diese Weise ihre berechtigte Angst vor Ausländern zu verlieren, gewinnen somit Selbstvertrauen.“

Ein Gespräch im Garten

Das gefiel mir. Und somit bat ich Jairo, mir den Kontakt zu einer der Frauen herzustellen. Er lud Doña Mari Cruz ein. Nun sitzen wir also in seinem schönen Garten, zwischen Mangobäumen, Bananenstauden und Mandarinensträuchern. Die Hühner gackern und die Papageien kreischen, der Wind weht durch die Blätter. Die Frau, die mir gegenüber sitzt lächelt mich an und mit ihren leuchtenden Augen erzählt sie mir von ihrer Arbeit. Ihre Fröhlichkeit zeigt mir, wie sehr sie ihre Arbeit liebt, trotz Allem.
Ich begann in einer Zona Franca als ‘Auxiladora’, als Nothelferin, das bedeutet, ich war dafür zuständig, die Maschinen der Näherinnen mit Stoffstücken, Eitiketten, Gummis, Fäden zu beliefern, damit sie nicht aufstehen mussten. Jede Reihe von 30 Frauen hatten die Aufgabe, 50.000 Stücke am Tag zu nähen. Ich musste all diese Stücke auf rechts drehen. Kannst du dir vorstellen, 50.000 Hemden am Tag auf Rechts zu drehen? Mein Rücken schmerzte sehr am Ende des Tages. Wir arbeiten von 7:45 bis 5 Uhr nachmittags, mittags geben sie uns 20 Minuten Pause.

Wir verdienen 120 Cordoba am Tag, das sind vier Euro. Überstunden zahlen sie gut, ein Euro pro Stunde, also hängten wir oft noch ein paar Stunden dran. Wenn gerade eine Eilbestellung anstand, arbeiteten wir sogar die Nacht durch und am nächsten Tag weiter um den Container mit Kleidern zu füllen. Wir beeilten uns, arbeiteten alle so schnell es ging, um endlich die Bestellung fertig zu bekommen. Um endlich nach Hause gehen zu können.“ Ich frage sie, ob sie nach so einem Marathon einen Tag frei bekommen. „Wir dürfen nach Hause, sobald die Bestellung fertig ist, doch am nächsten Tag geht die Arbeit wie gewohnt weiter.

Vom Regen in die Traufe

Diese Arbeit als Nothelferin war mir zu stressig, ich kündigte nach eineinhalb Jahren und begann in einer anderen Zone. Hier wurden wir für fertiges Stück bezahlt, direkt neben unserer Nähmaschine stand ein Computer, der unsere Effizienz berechnete. Wenn wir auf Toilette mussten, wurde die Effizienz herabgesetzt. Ich schaffte nie mehr als 85% Effizienz. Oft luden sie mich ins Büro ein und sagten, ich müsste endlich die 100% Effizienz schaffen. Diesen Druck hielt ich acht Monate aus, dann kündigte ich.

Kaffeearmut

Ich war also wieder zu Hause, ohne Essen, nichts zu kaufen für meine sechs Söhne. Wir zogen in den Norden, um Kaffee zu pflücken. Meine Kinder bei mir zog ich durch die Kaffeeplantagen, hielt Kälte aus und Hunger, versuchte so viel wie möglich zu pflücken, schaffte aber nur 3 Kisten am Tag. Jede Kiste wiegt ca. fünf Kilo und wird mit 16 Cordoba belohnt, 50 Cent. Davon konnte ich nicht leben.

Etikettentausch

Es war also wieder Zeit, meine Papiere zusammenzusuchen, für eine Bewerbung in der Zone brauchen wir ein polizeiliches Führungszeugnis, ein Empfehlungsschreiben, Fotos. Ich kehrte zur ersten Fabrik zurück, diesmal als Näherin. Hier arbeite ich nun seit fünf Jahren. Wir nähen Hosen und Hemden, oft Monate lang das gleiche Modell. Für jedes Land gibt es ein anderes Markenetikett, also je nachdem von wo die Bestellung ist. In Deutschland heisst die Hose anders als in USA, Panama oder Japan. Einmal ist mir in all der Eile ein Fehler unterlaufen, ich habe die falschen Etiketten angenäht. Mir fiel es nach 500 Hosen auf. Mein Chef hat mich übelst geschimpft, ich weiss jetzt noch, ich bin an der Nähmaschine zusammengebrochen und habe bitter geweint. Dann musste ich alle Nähte aufmachen, die Etiketten werden mit einer Doppelnaht in die Hose eingenäht, und alle 500 Stücke neu nähen.
Ohne Krankenversicherung
Drei mal ist es mir passiert, dass ich beim Nähen bewusstlos wurde, ich bin jedes Mal im Krankenhaus wieder aufgewacht. Mein Herz wurde mit der Zeit schwach und auch meine Lunge, ich nehme 200 Tabletten im Monat. Was ich kaum aushalte zur Zeit ist der Druck in meinem Hals durch die Stofffussel, denn gerade bearbeiten wir ein besonders faseriges Material mit vielen Fusseln. Durch meine Herzkrankheit kann ich keine Maske tragen und daher kann ich mich nicht davor schützen. Wenn ich morgens krank bin, geh ich trotzdem zur Arbeit, denn sonst bekomme ich den Tag nicht bezahlt. Ich habe zwar eine Krankenversicherung, doch diese deckt nur zwei Stunden Arztbesuch, nicht den Arbeitsausfall bei Krankheit.

Für die Kinder

Auch wenn ich wenig verdiene, ich möchte doch gerne arbeiten, um meinen Kindern etwas geben zu können. Ich bin sehr froh über das Kinderkunstprojekt in unserer Gemeinde, mein jüngerer Sohn ist sehr begeistert von den Unterrichtsstunden und seit dem auch motivierter in der Schule.

Ein Traum

Ich möchte meine Stelle kündigen und von der kleinen Abfindung, die man mir zahlen wird, eine Nähmaschine kaufen. Ich besitze bereits eine Nähmaschine, da muss nur ein Teil ersetzt werden. Dann möchte ich Kleidungsstücke nähen für die Menschen aus der Gemeinde. Einen Rock für die Freundin, so wie er ihr gefällt, eine Bluse taillieren, vielleicht etwas selbst entwerfen. Mein Sohn, der achtzehnjährige Dani erzählte mir einst von seinem Traum: Mama, sagte er mir, ich habe geträumt, von unserer Nähmaschine. Und da war ein grosser Tisch. Ich habe ein Kleid genäht, ein schönes Kleid. Es war blassrosa und hatte eine Kreuznaht mit Spitze. Der Rock war dreifaltig, wie ein Schnabel und besonders…“
Doña Mari Cruz erzählt mir alle Details vom Traumkleid ihres Sohnes, benutzt dabei allerhand Fachbegriffe, die glaub ich nicht mal auf deutsch verstehen würde und ihre Augen leuchten beim Erzählen. Dann sagt sie mir, dass Dani sicherlich erst dann Ruhe geben wird, wenn er dieses Kleid geschneidert hat und dass sie sich wünschen würde, mit ihm zusammen eine Schneiderei aufzumachen. Sie möchte noch ein bisschen weiter in der Zone arbeiten, um zu lernen, wie man Schnitte macht, wie ein Muster auf Papier gebracht wird. Solange, sagt sie, wird sie sich weiter opfern, um leben zu können.

Na klar

Viele meiner Leser werden unbewusst denken: ‘Na klar, das ist ja auch in einem armen Land, hier leben arme Menschen. Das ist normal für sie, so zu arbeiten.’ Ich bin niemandem böse deswegen, es ist unsere Form zu denken, um all dies irgendwie rechtfertigen zu können. Ich habe auch so gedacht, häufig. Doch nun, nach fast zwei Jahren Leben unter den Menschen hier, wird mir buchstäblich bewusst: Nein. Für niemand ist es normal, so zu arbeiten. Diese Menschen besitzen die gleiche Würde, die gleichen Träume, die gleichen Bedürfnisse wie jeder Mensch auf der Welt und sollte auch die gleichen Rechte haben. Vielleicht erinnern sich meine Leser beim nächsten Kauf eines Kleidungsstücks an die Näherinnen, die es gefertigt haben, egal in welchem Land. Ich persönlich wünsche Doña Mari Cruz und ihrer Familie alles Gute auf ihrem Weg in die Selbständigkeit.